Eine Melone, ist eine Melone, ist eine Melone.

Eins muss man Gertrude Stein lassen, sie hat nicht nur die 20er Jahre in Paris erlebt, sondern auch etwas ausgedrückt, was eigentlich keinem Ausdruck obliegt (vgl. Sacred Emily, 1922). Ähnlich verhält es sich mit meinem Melonen-Shirt. Ich habe es, weil ich es amüsant fand und mein Geldbeutel den Kauf zugelassen hat. That´s it.

Ich meine, Wassermelonen sind lecker, erfrischend und man bekommt sie meist nur im Sommer. Es ist Sommer. Eine in meinen Augen völlig ausreichende Argumentationskette, um eine Melone auf der Brust zu tragen. Diese nonchalante mir-egal-Einstellung scheinen meine Mitmenschen nicht an den Tag zu legen. Ich habe ja schon die Erfahrung gemacht, dass es schon ungewöhnlich ist, ab und an mal einen Hut zu tragen, und vor allem die männlichen Bevölkerungsschichten dazu ermuntert, ihn keck vom Kopf zu ziehen und einen Witz draus zu machen (Warum? WARUM?). Aber ein stinklangweiliges Shirt mit einem Stück Wassermelone drauf? “Hey, du hast ja ne Melone auf dem T-Shirt”. 100 Punkte für die Auffassungsgabe deines Gehirns. Letztens war ich auf einem wunderschönen Festival. Auf Festivals lernt man Menschen kennen, meist zuerst die Zeltnachbarn. Nachdem ich am Freitag besagtes T-Shirt trug, war ich ab Samstag nur noch das “Melonen-Mädchen”. Man merkt, eine Melone erregt Aufmerksamkeit (und nein, ich ziehe jetzt keinen Dirty-Dancing-Vergleich). Eigentlich ist es mir meist ziemlich egal, was andere so tragen, wenn sie es aber ohne Überzeugung machen, wird es kritisch.

Habt mehr Standing!

Ähnlich verhält es sich mit meinem Master-Yoda-T-Shirt. Als überzeugte Star-Wars-Schauerin besitze und trage ich voller Stolz ein Shirt mit dem Konterfei von Yoda. Leider ist Nerd-Schick wohl mittlerweile angesagt und in jedem Klamottenladen finden sich wahllos Prints aus der Science-Fiction-Ära. Ich sehe also junge hippe Girls mit diversen Zurück-in-die-Zukunft- oder Star-Wars-Prints und frage mich: „Kannst du mir sagen, in welchem Teil Obi Wan stirbt?“ Wohl nicht. Schade eigentlich. Jaja, ich weiß, es geht ums schicke Artwork, das zählt. Ein Problem, was sicher Anhänger diverser 80er-Jahre-Bands auch kennen, die sich wundern, warum sich junge Mädchen mit ihrer eigenen Ahnungslosigkeit schmücken und mit stylischen CD-Covern auf den Brüsten rumrennen. Habt das Standing und tragt das, worauf ihr steht, und wenn es eine Wassermelone ist.

Ich esse jedenfalls gerne welche. Aber lieber schau ich die hübschen Frauen neben mir an, die haben es nämlich, das Standing.

Melone.

 

Das Lied zum Text: 

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