The Great Nichtsnutz

Quelle: mmfimpresse.de

Quelle: mmfilmpresse.de

“Do you carry your wallet on stage? I mean with your ID inside, do you carry it, while you´re playing a concert?” 

Bizarre Frage.  Welcher Journalist kommt auf die Idee dem Bassisten einer der besten Bands der Welt so eine abstruse Frage zu stellen und ihn dann auch noch in uncharmanter Froschperspektive parallel mit der Handkamera zu filmen? Richtig, keiner. Jeder gute PR-Berater hätte dem Spuk längst ein Ende gemacht. Gut das Tom Berninger nicht im Ansatz Journalist ist, sondern der jüngere Bruder von Matt Berninger, dem Frontmann von The National. The National, die Band die alle Feuilletons lieben und die Lieder schreiben, die ganze Romane in 4 Minuten erzählen. Tom Berninger ist das absolute Gegenstück des attraktiven, eloquenten und charmanten Matt, der die Inkarnation eines Gentlemen ist. Mit genug Dosenbier, Metal und skurrilen Splatter-Filmen ausgestattet, wohnt Tom mit 30 Jahren noch bei den Eltern in Cincinnati und fristet sein Dasein im Schatten des erfolgreichen Bruders. Bis er eines Tages die Chance bekommt The National auf der “High Violet” Tour zu begleiten und einen Film daraus zu machen.

“How famous are you?”

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Denkt man an eine Musikdokumentation, über die Welttournee einer Rockband, hat man automatisch hochpolierte Konzertszenen und gestellte Backstage-Interviews im Kopf. Bis jetzt.  Tom Berninger  liefert einen Film, der alles andere als perfekt, aber umso sehenswerter ist. In 75 Minuten erleben wir Tränen, viel Alkohol, Abstürze und groteske Momente. Nur nicht von der Band, sondern allesamt von Tom. Schnell wird klar, hier geht es nicht um eine weltberühmte Rockband, sondern um zwei Brüder. Toms stolpernder Versuch alles mit wackelnder Handkamera aufzunehmen ist so schreiend komisch, dass man Tränen lacht, wenn er als Roadie mal eben die Gästeliste verschlampt oder sich aufregt warum es keinen Schnaps nach den Konzerten gibt – schließlich ist das doch Rock n´Roll.

Mistaken for Strangers erzählt, wie hart es mit Geschwistern manchmal sein kann. Wie es sich anfühlen muss den Kampf um Aufmerksamkeit schon am Anfang verloren zu haben und am Ende doch als Gewinner dazustehen. Und wenn nach dem Film, beide vor dem Publikum stehen und Matt voller Stolz seinen kleinen Bruder betrachtet, dem ein ganzer Kinosaal zujubelt, dann weiß man worum es eigentlich geht: um Geschwisterliebe.

Mistaken for Strangers

Mistaken For Strangers
Dokukomödie, USA 2013, 75 Minuten
Kinostart: 10.07.2014
Verleih: Neue Visionen Filmverleih
Website: http://www.mistakenforstrangers.de

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