Gitarre spielen.

Projekt GitarrespielenKurze Zeitreise. Ich war 8 Jahre alt und hatte viel, nur kein klassisches Hobby. Das liegt einerseits daran, dass ich natürlich so allumfassend interessiert war, dass nur ein Hobby langweilig schien, und andererseits (und diese Seite wiegt vermutlich schwerer) ich einfach nicht geduldig genug war, um so lange zu üben bis die Leidenschaft einsetzt.

Klassisches Beispiel ist meine erfolglose und kurzweilige Karriere im Ajax-Schwimm e.V. Berlin-Köpenick. Dank des leidenschaftlichen Einsatz meines Opas habe ich es zwar immer pünktlich zu den Schwimmtrainings geschafft, nachdem ich aber in meinem ersten bezirksinternen Wettkampf Letzte wurde, war der Traum ausgeträumt und ich muffig. Größter Gewinn war so immerhin die Erwähnung meines Geburtstags im Ajaxer Infoheft für Vereinsmitglieder.

Meine Mutter hat dennoch nicht aufgegeben, ihrer Meinung nach brauchen Kinder musikalische Grundausbildung (vgl. der Quintenzirkel). Ich sollte also wie jedes andere gute Kind ein Instrument lernen. Also wurde mir das Einstiegsequipment erstanden und ich besuchte fortan wöchtentlich den Gitarrenkurs bei Peggy Meyer. Peggy machte optisch ihrem Namen alle Ehre, konnte aber Gitarre spielen. Und so führte sie uns mit Klassikern der 2000er an die Kunst des Gitarrespielens heran. Ich kann mit Stolz behaupten es hat bis zu einer Aufführung des Hits “Daylight in your eyes” im Gitarren-Trio zur alljährlichen Weihnachtsfeier in der Grundschule gereicht. Immerhin. Tja, dann kam die Oberschule und die Sache mit den vielen Interessen und spannenderen Dingen griff erneut. Den Exkurs wie meine gute Freundin Hanna und ich, bei dem Versuch doch nochmal ein richtiges Hobby zu entwickeln, die örtliche Kursleiterin der Jugendkunstschule so sehr verwirrt haben, dass sie sich hoffentlich nicht immer noch in der transsibirischen Eisenbahn auf dem Weg nach Russland befindet, erspare ich euch. Kommen wir also zum eigentlichen Thema:

Das Gitarre-Spielen. 

Die Gitarre stand traurig und staubig also seit Jahren in meinem Kinderzimmer. Nun gibt es dieses Zimmer nicht mehr (ahoi Kindheit!) und jetzt steht sie hier, in meiner WG und lächelt mich an. So sehr, dass mich der Ehrgeiz gepackt hat und der Wille an meine alten Erfolge anzuschließen. Wie geht man es also an, dass Re-Lernen von Fähigkeiten? Kleiner Tip, das Aufschlagen meines alten Gitarrenhefters (Sina, 5a) hat wenig geholfen, zu mal ich mir mittlerweile auch lieber gesellschaftlich anerkanntere Lieder beibringen möchte, als das Repertoire der No Angels. Apropos beibringen. Kommen wir zu meinem geliebten Hasswort Nr.1: Autodidakt. Jeder der mir erklärt, er hat sich Dinge Super-Easy-Selbst-beigebracht und beherrscht sie nun wie ein junger Gott, der erntet meine absolute Anerkennung und diverse Funken Neid. Hand aufs Herz. Super-Easy Selbstbeibringen ist ein getarntes Oxymoron, und alle die das Gegenteil behaupten, haben ganz offensichtlich einen Hang zur Unwahrheit.

Heute gibt es ja das Internet. Und auch hier findet man (ja, auf YouTube) alles was man für einen motivierten Neuanfang braucht. Als Starterlied kann ich den alten Klassiker der Sportfreunde Stiller “Ein Kompliment” empfehlen, es hat nicht nur 4 leicht zu greifende Akkorde und erfordert kaum Rhythmusgefühl, man kann auch noch nahestehenden Personen eine Freude machen. Also optimaler Dreiklang.

Was braucht man also zum Anfang (neben einer Gitarre):

1. Eine gute Stimm-App.

Ich habe “Guitar-Tuna” benutzt, das ist leicht anzuwenden und kinderleicht. (Gibt es in diversen App-Stores)

2. Jemand der es einem vor macht.

3. Den Text und die Akkorde nochmal zum Nachlesen.


Und wenn man all das beherzigt, dann hilft leider nur stures Üben und das neue Projekt seinem Freundeskreis mitzuteilen. Damit der soziale Druck steigt und man gezwungen ist regelmäßig zu Spielen, um bei Fragen wie: “Und was machen deine Gitarren-Skills?” nicht beschämt auf den Boden gucken zu müssen.

Also schmeißt euch in eure Projekte, Freunde! 

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