Merhaba Istanbul. Part 1.

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Istanbul ist überfüllt, dreckig und hektisch und doch so beeindruckend. Eine Stadt, die es absolut Wert ist nicht nur eine Woche, sondern Monate zu bleiben. Ich lebe in einer Großstadt, schon sehr lange, und trotzdem kann es passieren, dass man am Ende des Tages überfordert von all den Eindrücken ins Bett fällt (dazu später mehr). Mal abgesehen davon, dass Istanbul unheimlich laut ist, und der Straßenverkehr einer ständigen Gradwanderung zwischen Tod und Leben gleicht, kann und muss man sich einfach von der Stadt und seinen Bewohnern mitreißen lassen. Jeder, wirklich jeder der sich nur annähernd für andere Kulturen interessiert muss nach Istanbul.

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1. Lauf, Forest, Lauf!

Istanbul ist eine sehr große Stadt, über 14 Millionen Einwohner, trotzdem kann man die Hot Spots locker zu Fuß erreichen. Am meisten hält man sich als Tourist zunächst eh in den Bezirken Beyoglu, Sisli und in der Altstadt rund um Sultanahmet und Fatih auf.

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Und das ist auch mein absoluter Tipp an alle Istanbul Besucher: Geht zu Fuß. Natürlich lohnt sich trotzdem die Anschaffung der Istanbul Card (8 TL), man lädt sie mit einem bestimmten Budget auf und mehrere Nutzer können auf einer Karte alle Verkehrsmittel der Stadt (auch die Fähren) nutzen, aber das Spannende, entdeckt man zu Fuß. Auf der Suche nach der inneren Stadtmauer sind wir durch halb Fatih gelaufen. Fatih ist ein Bezirk, in dem sich seltener Touristen verirren, weil es kaum richtige “Sehenswürdigkeiten” gibt, dafür kann man sich ein Bild von Märkten machen, die nicht für Besucher, sondern für Einheimische konzipiert sind. Mann kann ins Gespräch kommen, etwas über die Stadtentwicklung lernen und auf Unbekanntes treffen. Und jeder der ein Hang zu Fleisch hat, sollte über die Wochenmärkte in Fatih laufen, da sieht man sie noch die echten Schafsköpfe. Hier trifft man auch sehr schnell auf die traurige, aktuelle Entwicklung in Istanbul, und auch damit sollte man sich als Tourist beschäftigen. In Istanbul leben momentan über 200 000 syrische Flüchtlinge auf der Straße, es gibt zwar einige staatliche Unterkünfte, die werden aber aus diversen Gründen selten genutzt. So siedeln sich die syrischen Flüchtlinge in die vielen leerstehenden Häuser Istanbuls (viele in Fatih) ein, die Frauen und Kinder betteln tagsüber auf den Straßen, die Männer versuchen Arbeit auf den Basaren zu bekommen. Wer mehr darüber wissen will, dem empfehle einen Artikel auf Zeit Online, sowie einen Beitrag in der ARD Mediathek (oder einfach mal eigenständig Hr. Google fragen).

Rundumblick in Fatih.

Rundumblick in Fatih.

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Sonnenuntergang in Fatih

2. Der Muezzin und die Kultur

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Der Islam ist eine unheimlich spannende Religion. Hier in Berlin kann man zwar Einblicke bekommen, so richtig anfangen zu verstehen, kann man erst wenn man in einer Stadt ist, in der die Religion überall greifbar ist. Fünfmal am Tag rufen die Muezzine, die übrigends nicht nur wegen ihrer Stimme, sondern auch wegen ihres guten Charakters ausgewählt werden, zu den Gebeten in die Moscheen. Da die Gebetszeiten von den natürlichen Sonnenständen abhängen, kann es sein, dass nicht alle Muezzine der Stadt gleichzeitig singen, so hat man manchmal das Gefühl, die einzelnen Minarette würden sich singend unterhalten. Ich empfehle euch so viele Moscheen zu besuchen, wie es nur geht. Natürlich sind die großen Moscheen wie die Blaue Moschee und Hagia Sophia irgendwie Pflichtprogramm (in Letzterer wahren wir nicht, die Hagia Sophia ist mittlerweile ein Museum und kostet 30 TL Eintritt), es lohnt aber auch die “Kleinen” zu besichtigen. Die Moscheen sind außerhalb der Gebetszeiten eigentlich immer für Besucher offen, und wenn man sich mal nicht sicher ist, dann lohnt es sich zu Fragen, ich habe nur Freundlichkeit und ehrliches Interesse erlebt. Was ich unbedingt empfehlen kann, ist der Besuch der Süleymaniye Moschee zum Sonnenuntergang. Von hier aus hat man einen Wahnsinnsblick über die ganze Stadt. Es ist wirklich wirklich spektakulär. Ebenfalls in Fatih hatten wir das Glück eine Moschee während des Nachmittagsgebets zu besuchen. Voller Gastfreundschaft wurde uns ein Platz angeboten und wir konnten verfolgen was geschieht, das war beeindruckend und lehrreich zugleich.

Süleymaniye Moschee bei Sonnenuntergang

Süleymaniye Moschee bei Sonnenuntergang

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Die Blaue Moschee

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rituelle Waschung vor den Gebeten

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Die Hagia Sophia

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3. Some Tea and Baklava, please!

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Ich persönlich bin großer Freund von Baklava. Am liebsten die mit viel Pistazien. Man kann nur maximal zwei Essen bis zum Honig-Schock, aber der Genuss ist es absolut wert. Am Besten kann man das in den vielen Cafés in Istanbul und trinkt dazu, natürlich, entweder einen türkischen Kaffee oder schwarzen Tee mit Zucker. Teehäuser gibt es viele in Istanbul, ganz besonders schön ist aber das im Garten des Topkapi-Palasts. Auf mehren Etagen erstreckt sich der Teegarten am Hang und man hat einen ziemlich schönen Blick auf den Bosporus, macht euch auf die Suche!

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Teegarten im Garten des Topkapi-Palasts

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Bosporus

4. Eat it!

Apropos Essen, damit macht man mich ja glücklich. Und in Istanbul kann man ganz besonders glücklich werden. Eins vorweg: Wer kein Fleisch und/oder keine Milchprodukte isst, der könnte es schwer haben. Fleisch und Käse gehören in der Türkei einfach dazu. Beginnen kann man den essensschwangeren Tag natürlich mit Frühstück. Typisch türkisch mit Honig, Käse, Wurst, Oliven und Salat. Besonders schön Frühstücken kann man in den vielen kleinen Cafés in Beyoglu (da ist es sowieso sehr sehr schön!). Zum Mittag snackt man, was der Straßenverkäufer so her gibt: Frisch gepresse Granatapfelsäfte, Sesamringe oder liebevoll drapierte geröstete Kastanien. Wer Fisch liebt, so wie ich, der kann sich kurz vor der Galata Körprüsü (die Brücke mit den ganzen Fischern) ein frisch zubereitetes Fischbrötchen holen. Das ist unheimlich lecker, und kommt direkt vom lauten Fischmarkt nebenan. Wenn man in Istanbul ist, dann sollte man sich natürlich weiterhin nicht solche Dinge wie Köfte, Gözleme und Co. verwehren. Abends haben wir uns häufig zum Kebab-Dealer unseres Vertrauens aufgemacht und Lamacun gegessen, oder Mitbringsel vom Basar (ha! Cliffhanger) verspeist.

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Fischmarkt am Goldenen Horn

 

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Weiterlesen: 5/9 Dingen, die man in Istanbul machen sollte

Habt ein sonniges Ostern und geht auf Reisen!

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3 thoughts on “Merhaba Istanbul. Part 1.

  1. uuuuh, jetzt hab ich noch viel mehr Lust nach Istanbul zu reisen! Die Fotos und Gifs sind tiptop aber am herrlichsten ist die liebevoll illustrierte Karte von Beyoglu – wer hätte gedacht dass man in Istanbul übers wasser spazieren kann?! Tjaja, andere Länder, andere laufmöglichkeiten. hihi. Freu mich auf Teil 2 des Istanbulberichts!

  2. Pingback: Merhaba Istanbul. Part 2. | Hands on Vine.

  3. Pingback: Gärten der Welt – eine grüne Oase in Marzahn | extraschoen ♥

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